Teamspirit Remote office

Wir-Gefühl über Distanz? So funktioniert Teamspirit beim Remote-Arbeiten

21. März 2021

Im Home-Office arbeiten und gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den KollegInnen aufrechterhalten? Das ist wichtig für das eigene Wohlbefinden, die Motivation im Job und die Produktivität. Ein starkes Wir-Gefühl gibt auch den Führungskräften die Sicherheit, eine verlässliche Mannschaft an Bord zu haben. Und auch das Management braucht in fordernden Zeiten seinen Fokus und seine Kräfte an den richtigen Stellen. So kann man den Teamspirit beim Remote-Arbeiten hochhalten.

Mit den besten Voraussetzungen

Es gibt zwei grundlegende Faktoren, die die Basis für digitales Zusammenarbeiten sind:

  • Ein reibungsloser Zugang für alle MitarbeiterInnen zu allen Informationen, die für die Arbeit notwendig sind. Sei es der zuverlässige VPN-Zugang zum Firmenserver oder sichere Cloud-Lösungen. 
  • Digitale Kommunikationstools zum Chatten, Feedbackgeben und gemeinsamen Bearbeiten, deren Nutzung für alle verständlich geregelt ist. Dazu gehört, dass alle verstehen, wer wann wofür auf welchem Kanal erreichbar ist oder in welchem Zeitraum mit einer Antwort zu rechnen ist. 

4 x Teamgefühl in Wiederholung

Diese vier Aktivitäten können einen echten Unterschied machen: Eine nach der anderen implementiert und regelmäßig wiederholt, stärken sie das virtuelle Wir-Gefühl. 

# 1 Persönliche Gespräche zwischen Führungskräften und MitarbeiterInnen

Gerade in turbulenten Zeiten wirkt ein persönliches Gespräch Wunder, vor allem wenn die Führungskraft merkt, dass jemand im Team Probleme hat. Informationen über die aktuelle Lage klar und verständlich zu vermitteln, mindert oft bereits viele Ängste. Ein persönliches (Online-)Gespräch mit Hilfestellung und einem offenen Ohr bleibt lange positiv im Gedächtnis. 

# 2 Kleine Herausforderungen für neue Motivation

Kreative oder praktische kleine Sonderaufgaben, die mit einer direkten Belohnung verbunden sind, können Spaß machen und aufwecken. Ein Team-Vorstellungsvideo zu drehen, ohne sich physisch zu treffen, ein Channel für die besten Ausflugs- oder Home-Office-Tipps während Corona oder ein aufgefrischter Wissensaustausch im Unternehmen – es gibt viele Themen, die frischen Wind in die Teams bringen. Auch ein Channel für Off-Topic-Themen wie Memes oder Witze darf Platz haben, denn gemeinsamer Humor verbindet immer. 

# 3 Führungskräfte vor die Webcam!

Bei reinem Remote-Arbeiten ist es wichtig, dass das Management regelmäßig in virtuellen Meetings umfassende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen der Firma gibt. Entscheidungen betreffen meist alle und jeder möchte über aktuelle Geschehnisse im Bilde sein. Je mehr Zugang das Team zur Führungskraft hat, desto besser. Frage-und-Antwort-Kanäle, 2-wöchentliche Videocalls oder regelmäßige Videobotschaften – je interaktiver, desto besser. 

# 4 Good-Mood-Nachrichten

Anders als in den Nachrichten der Tageszeitungen ist ein Kommunikationskanal, in dem regelmäßig viel Positives berichtet wird, sehr motivierend. Ein Team, das regelmäßig seine Erfolge dokumentiert und feiert, wirkt anziehend. Man will Teil der Energie sein, die die Gruppe schafft. Und dies geht auch virtuell, z.B. mit einem Win-Channel, in dem nur positive Ereignisse und Erfolge für die Firma gepostet werden und Feedback bekommen.

Was Firmen ohne Büro wichtig ist

Es gibt sie – und gar nicht so wenige: erfolgreiche Unternehmen, deren MitarbeiterInnen sich an den verschiedensten Orten der Welt aufhalten. Sie können frei entscheiden, von wo aus sie arbeiten möchten, und bekommen diesbezüglich auch arbeitsrechtlich von der HR-Abteilung wenig Vorschriften. Was macht die Top-Talente dieser Firmen glücklich und hält sie im Team? Und wie schaffen sie den wirtschaftlichen Erfolg trotz scheinbarer Hürden wie verschiedener Zeitzonen und Kulturen?

Ein Beispiel für ein weltweit verteiltes Team ist die Fretello GmbH, eine Lern-App fürs Gitarrespielen. CEO Florian Lettner gibt Einblicke, wie das virtuelle Arbeiten funktioniert. 

Wenn das Setup und die Menschen passen, funktioniert das wie ein normales On-site-Business mit der Flexibilität, dass die Leute jederzeit reisen können und dass es egal ist, wo man sitzt, solange man sich an gewisse Regeln hält.“ 

– Florian Lettner, CEO Fretello

Recruiting– Der kulturelle und damit soziale Fit ist das A und O beim Recruiting
– Die Persönlichkeit muss neben dem Fach-Know-how für diese Art der Zusammenarbeit passen
– Voraussetzung: Eine selbstständige Arbeitsweise
– Ein weltweites Pool an Talenten, bei dem für den Benefit der Reisefreiheit und flacher Hierarchien mitunter geringere Entlohnung in Kauf genommen wird
Organisationsstruktur– Flache Hierarchien und Makro-Management
– Keine Bürokosten
– Jede/r MitarbeiterIn wird auch als ist ExpertIn gesehen und entwickelt das Produkt und das Team mit
– Leistung wird im Output sichtbar
– In der Kommunikation und Erreichbarkeit müssen bestimmte Regeln eingehalten werden
Kommunikationsstruktur– Asynchrone Kommunikation funktioniert mit weniger Meetings, weniger Ablenkung und führt zu mehr Produktivität
– Es kann eine erhöhte Gefahr von Überarbeitung bestehen
– Für beides spielen die Unternehmenskultur, also die Art und Weise, wie im Unternehmen kommuniziert wird, und das Hiring eine große Rolle

Viele Unternehmen haben den Umschwung zu zumindest teilweise remotem Arbeiten (bei Arbeitsplätzen, wo es möglich ist) aufgrund der Corona-Krise letztes Jahr vollzogen. Organisationen wie Fretello kennen diese Arbeitsweise schon lange.

COVID hat unsere Arbeitsweise nicht beeinflusst. Der Social Disconnect ist durch den Lockdown zuhause dazugekommen: keine Freunde mehr zu treffen oder nicht mehr draußen Sport machen zu können.“

– Florian Lettner, CEO Fretello

QUELLEN:

https://www.hr-heute.com/magazin/teamspirit-im-homeoffice

https://www.facebook.com/CreativeRegion/live_videos/?ref=page_internal

https://www.karriere.at/blog/podcast-tipps-homeoffice.html#Die-ganze-Folge-zum-Anhoeren