Laptop im Home Office

MITARBEITERBINDUNG IM HOME-OFFICE: WAS FÜR WEN FUNKTIONIERT

03. Februar 2021

71 Prozent der ArbeitnehmerInnen wollen nach Corona weiterhin die Möglichkeit von Home-Office haben, 21 Prozent wollen komplett im Home-Office bleiben (Umfrage Dezember 2020, karriere.at). Dass die Produktivität durch den oft unvorbereiteten Wechsel vom Büro ins Home-Office aufgrund der Corona-Pandemie kaum gesunken ist, hat manche überrascht. Tatsächlich bietet digitales Arbeiten für Umwelt, Effizienz und Work-Life-Balance Vorteile, die schwer in der Waagschale wiegen. Die Angst von Führungskräften vor schwindender Mitarbeiterbindung im Home-Office wächst dagegen. 

Eine Lösung für alle?

Was MitarbeiterInnen wirklich im Unternehmen hält, ist ein Bündel an Faktoren wie: 

  • Kommunikation und Wertschätzung
  • Aufgabengebiete und konkreter Arbeitsinhalt
  • Unternehmensziele und Unternehmensphilosophie
  • Jobsicherheit
  • Vergütung
  • Arbeitsumgebung, Arbeitszeiten, Arbeitsweg

Je besser diese Bedingungen für die oder den Einzelnen passen, desto stärker ist die Bindung ans Unternehmen. Die Menschen im Unternehmen sind allerdings so verschieden wie ihre Bedürfnisse: One-fits-all-Lösungen können daher nicht für alle Talente die gleiche Mitarbeiterbindung erzeugen. 

Wer im Home-Office wie gut arbeitet

Je wohler man sich am Arbeitsplatz fühlt, desto effektiver und besser gelingen auch die Aufgaben. Wer dieses Gefühl bei seinem Arbeitgeber genießt, ist intuitiv stärker ans Unternehmen gebunden. Home-Office kann sich je nach Persönlichkeitstyp positiv oder negativ auf das Wohlbefinden auswirken. Und auch die Arbeitsumgebung daheim spielt hierbei eine Rolle. 

Wer mit dem Arbeiten im Home-Office eher Schwierigkeiten haben kann: 

  • Extrovertierte, die vom persönlichen Kontakt leben
  • Menschen mit extrovertiertem Charakter blühen auf, wenn sie von Menschen umgeben sind. Mit persönlicher Interaktion werden sie kreativ und produktiv. Sie müssen sich als Teil einer Gruppe fühlen und suchen Gespräche – der Small-Talk im Bürokorridor bringt sie zu den besten Ideen.

  • Diejenigen, die Routine lieben
  • Szenenwechsel mag jeder hin und wieder – aber für manche ist er entscheidend, um zu funktionieren. Das Aufstehen, Anziehen und Ins-Büro-Gehen ist für diese Menschen essentiell, um sich vom Alltag daheim zu trennen. Dann können sie sich konzentrieren und produktiv sein – außerhalb des eigenen Wohnraums an einem bestimmten Arbeitsplatz.
  • Notgedrungene Home-Office-NutzerInnen
  • Nicht immer ist ein freier Arbeitsplatz mit Ruhe und zuverlässigem Internet zuhause verfügbar. Gerade beim spontanen Wechsel ins Home-Office durch Corona war das Set-up daheim für manche nicht optimal, um effizient arbeiten zu können. Wenn zusätzlich während der Arbeitszeit Angehörige betreut werden müssen, ist das für Zufriedenheit und Effizienz natürlich nicht förderlich.

Wer vom Arbeiten im Home-Office langfristig profitieren kann: 

  • Introvertierte, die aus der Ruhe Kraft beziehen
  • Sie gedeihen im gegensätzlichen Arbeitsumfeld des Extrovertierten: Höchstleistungen werden erzielt, wenn sie nicht in Gesellschaft sind oder durch Gespräche und menschliche Interaktionen abgelenkt werden. Diese KollegInnen bevorzugen das Home-Office als ruhigen Arbeitsplatz, wo sie ihre Aufgaben ohne Gesellschaft erledigen können.
  • Diejenigen mit einem rundum ausgestatteten Remote-Arbeitsplatz
  • Die richtige Einrichtung zuhause wirkt direkt auf Produktivität und Effizienz. Ein eigener Bürobereich mit Schreibtisch, Internet und guter Ausleuchtung ist die beste Basis.
  • Diejenigen, die Grenzen ziehen können
  • Wer eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben ziehen kann, kann leichter von zuhause aus arbeiten. Klar zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu unterscheiden, ist wichtig für die Erholungsphasen – auch wenn die Arbeitsgeräte nebenan liegen. E-Mails und Nachrichten sollen in der Arbeitszeit behandelt werden, nicht jederzeit wenn sie am Handy aufscheinen.
  • Flexibilitätsliebhaber (einschließlich derer mit gutem Grund)
  • Wer pendeln hasst und gerne im gemütlichen Outfit arbeitet, es liebt, barfuß zu sein, sich wünscht, in der Mittagspause laufen zu gehen oder die Wäsche zu waschen, wann immer es gerade passt – den macht Home-Office mit hoher Wahrscheinlichkeit glücklich. Flexibilität dient aber nicht nur dem Vergnügen. Es ermöglicht etwa auch, sich einfacher um Kinder kümmern zu können oder generell die Zeit anstatt ins Pendeln in sinnvollere Aktivitäten zu investieren – z.B. ins Engagement für wohltätige Zwecke.

Home-Office als Bindungsfaktor

Inzwischen ist die Möglichkeit von Home-Office auch als Auswahlfaktor für neue KandidatInnen bei der Jobsuche wichtig. Jobplattformen inkludieren seit Kurzem den Arbeitsplatzort “remote” in ihre Suchfunktionen. Home-Office bindet also Talente mit entsprechenden Wünschen ans Unternehmen, anstatt das Gegenteil zu bewirken. Wer mit der Bürosituation unglücklich ist, hat einen wachsenden Jobmarkt mit Remote-Office-Möglichkeiten vor sich. 

“Unternehmen, die Home-Office fördern, haben 25 % weniger Fluktuation.” (State of remote work report, OwlLab)

Mitarbeiterbindung: Konkrete Tipps

Doch wie können Mitarbeiterbindung, Zusammengehörigkeitsgefühl und produktive Zusammenarbeit gelingen, wenn das Team nicht gleichzeitig anwesend ist und an verschiedenen Orten arbeitet?

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QUELLEN

https://www.zdnet.com/article/the-average-productivity-loss-of-remote-work-is-1/

https://igacademy.com/working-from-home-which-personality-types-thrive/

https://www.talentlyft.com/en/blog/article/399/4-proven-benefits-of-remote-work-for-employers

https://www.owllabs.com/state-of-remote-work