Mitarbeitergespraech zwei Kolleginnen

MITARBEITERGESPRÄCH FÜR CHAMPIONS: TIPPS UND TRICKS

16. Jänner 2020

MitarbeiterInnen und Führungskräfte begegnen ihm wiederholt und so manchen ist es unangenehm: das klassische Mitarbeitergespräch. Dabei bietet gerade der persönliche Austausch viele Möglichkeiten und Chancen, die Arbeitssituation nachhaltig zu verbessern. Die richtige Vorbereitung, die passenden Rahmenbedingungen und Klarheit gegenüber den Inhalten sind wesentliche Faktoren. In unserem Artikel lesen Sie die wichtigsten Tipps, um das berühmte Gespräch zum Erfolg zu machen. 

Der Austausch zwischen MitarbeiterIn und Führungskraft ist selten so direkt wie im persönlichen Mitarbeitergespräch. Umso wünschenswerter ist es, dass das Gespräch gelingt und alle wichtigen Themen Platz finden. Im besten Falle ermöglicht es einen Karrierekick für den oder die MitarbeiterIn und umfassende Einblicke für das Management. Es profitieren also alle davon, wenn das Mitarbeitergespräch erfolgreich verläuft – wir verraten im folgenden Artikel einige Tipps und Tricks, wie man es am besten gestaltet. 

Die vier großen Themen

Im Mitarbeitergespräch soll vier Themen Raum geschaffen werden: Lob, Kritik, Wünsche und Ziele. Das ist ein klarer Unterschied zur einfachen Leistungsfeststellung. Je offener die Gesprächskultur gestaltet werden kann, desto mehr profitieren beide Seiten davon. Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin kann die eigene Entwicklung im Unternehmen besser beeinflussen, die Führungskraft wiederum erkennt Stärken und Schwächen. Dadurch entsteht auch die Chance, die beste Einsatz- und Karrieremöglichkeit ausfindig zu machen. 

Fünf Basics für gute Gespräche

Das Mitarbeitergespräch findet normalerweise unter vier Augen statt. Der oder die MitarbeiterIn kann zum Mitarbeitergespräch übrigens nicht Nein sagen – die Auskunftspflicht zu arbeitsbezogenen Themen ist im Arbeitsvertrag festgelegt. Damit dieser Wunsch gar nicht erst aufkommt, hier fünf Basics für gute Gespräche.

#1 Der richtige Rahmen

Der oder die Vorgesetzte organisiert, leitet und betreut das Gespräch. Er oder sie hat somit alle nötigen Vorbereitungen zu treffen. Ein ruhiger, ungestörter Raum, ein fixer Termin, der rechtzeitig im Vorhinein ausgemacht wurde, sowie ein Zeitpuffer, falls das Gespräch länger dauern sollte, gehören dabei dazu. Viele legen sich auch gerne einen Leitfaden zurecht, anhand dessen sie die Themen durchgehen. Das kann helfen, bei Ausschweifungen zurückzufinden, kann aber ein individuelles Eingehen schwerer machen.

#2 Vertraulichkeit versichern

Was im Mitarbeitergespräch beredet wird, soll unter den vier Augen der Teilnehmenden bleiben. Erscheint es beim einen oder anderen Thema dennoch sinnvoll, Punkte zu notieren und nach außen zu tragen, gilt es, dies klar zu kommunizieren und das Einverständnis des Mitarbeiters bzw. der MitarbeiterIn ausdrücklich einzuholen. Natürlich ist es legitim, manche Inhalte etwa mit der HR-Abteilung im Anschluss an das Gespräch zu teilen. Dabei darf es sich aber nur um Punkte handeln, die genau dafür festgelegt wurden. Alles andere bleibt vertraulich!

#3 Misserfolgen ins Auge schauen

Ein schwieriger Part, der ebenso Teil des Mitarbeitergesprächs sein kann, behandelt die Probleme, Fehler und Schwierigkeiten, die sich beim Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin sowie der Führungskraft ergeben haben. Um möglichst viel zur Fehlervermeidung in der Zukunft zu lernen, ist das Motto hier größtmögliche Ehrlichkeit. Eine intelligente Gesprächs- und Fragekultur ist der Schlüssel. Fragen wie “Welche Phase des Projekts hat Ihnen solche Schwierigkeiten bereitet?” führen zur Ursache eines Problems. Sachlich zu bleiben und aufkeimende Emotionen sofort zu hinterfragen, hilft in jedem Fall. Bewährt hat sich auch, zu Anfang und am Ende des Gesprächs die positiven Dinge und Erfolge zu besprechen. Misserfolge sollten eher in der Mitte thematisiert werden.

#4 Ziele vereinbaren

Anstatt nur den Vorgaben des Managements Folge zu leisten, macht es weitaus mehr Sinn, Ziele gemeinsam mit dem oder der ArbeitnehmerIn festzusetzen. Damit steigt die Motivation um ein Vielfaches. Idealerweise werden die Ziele auch schriftlich festgehalten und folgen dem SMART-Schema:

S – Spezifisch

M – Messbar

A – Attraktiv

R – Realistisch

T – Terminiert

Mit diesen Charakteristika im Kopf werden gemeinsam sinnvolle Ziele gesetzt und die nächsten Monate geplant.

#5 Die richtigen Fragen

Nicht für alle MitarbeiterInnen sind dieselben Fragen sinnvoll, wenn es um das persönliche Mitarbeitergespräch geht. Die Persönlichkeit und die Position des oder der Angestellten soll im individuellen Gespräch miteinbezogen werden. Ein Gesprächsleitfaden empfiehlt sich dennoch. Einige Themenbereiche sollten im Mitarbeitergespräch jedenfalls Platz finden:

Tätigkeiten, Aufgaben und Arbeitsbereich 

  • Welche Aufgaben erledigen Sie besonders gerne – was motiviert Sie am meisten? Gibt es Tasks, die vielleicht sogar belasten?
  • Fühlen Sie sich überfordert oder vielleicht auch unterfordert? Wie könnten wir das ändern?
  • Gibt es Probleme, die wir so schnell wie möglich angehen sollten? Wen brauchen wir dazu (IT, KollegInnen etc.)?

Wohlbefinden und Work-Life-Balance

  • Fühlen Sie sich nach einem Wochenende oder dem Urlaub ausreichend erholt? Wenn nicht, was muss geschehen, damit Erholung möglich wird?
  • Was könnte das Unternehmen oder Team tun, um Erholung nach stressigen Zeiten zu gewährleisten? Was würden Sie sich wünschen?
  • Haben Sie genug Freiraum für die tägliche Arbeit? Vielleicht trifft auch das Gegenteil zu: Würden Sie sich mehr Anleitung und Feedback wünschen?

Zukunftsperspektiven

  • Gibt es im Unternehmen oder im Team Tätigkeiten, die Sie ebenfalls interessieren würden?
  • Haben sich im Laufe der letzten Monate neue Interessensgebiete ergeben?
  • Wohin möchten Sie sich gerne entwickeln?

Führung und Unternehmenskultur

  • Erhalten Sie ausreichend Feedback und Informationen von mir als Führungskraft?
  • Wie beurteilen Sie die Kultur und die Stimmung im Unternehmen? Haben Sie Verbesserungsvorschläge – was könnten wir besser machen?

Das klassischerweise jährlich stattfindende Mitarbeitergespräch kann also eine Chance bieten, bessere Ziele zu finden. Für die Prävention von Problemen, eine ehrliche Kommunikation und eine offene, wertschätzende Haltung ist aber regelmäßigeres Feedback notwendig.

Quelle

https://www.arbeitsvertrag.org/mitarbeitergespraech/