Wertschätzung

Erfolgsfaktor Wertschätzung: 4 Tipps für einen besseren Arbeitsplatz

8. Juni 2018

„Nicht geschimpft ist Lob genug“, lautet noch immer die Devise so mancher Führungskraft. Dabei ist mittlerweile hinreichend belegt, dass Wertschätzung ein zentrales menschliches Bedürfnis ist, das im Privat- und Berufsleben gleichermaßen erfüllt werden will. Authentisch vermittelt wirkt sie motivierend, verbessert das Arbeitsklima und stärkt letztendlich die Bindung zum Unternehmen. Doch wie drückt man Wertschätzung eigentlich richtig aus? Und vor allem: Wie gelingt es, dass aufrichtige Dankbarkeit beim Empfänger ankommt?

Wertschätzung: Mehr als bloßes Lob

Der Begriff „Wertschätzung“ hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Buzzword entwickelt. Mehr Produktivität, Loyalität und Zufriedenheit unter den MitarbeiterInnen versprechen sich Führungskräfte davon. Doch wissen nur die wenigsten, was echte Wertschätzung eigentlich bedeutet.

„Wertschätzung […] ist eine Haltung, die sich in einer wohlwollenden Lenkung der Aufmerksamkeit auf positive Aspekte des Gegenübers zeigt und sich in – insbesondere kommunikativem – Verhalten ausdrückt.“ (Matyssek, 2011)

Gemeint ist also eine positive Grundhaltung sich selbst und – in weiterer Folge – anderen Menschen gegenüber. Dabei bezieht sich echte Anerkennung immer auf die Person als Ganzes, auf ihr Wesen, und nicht bloß auf erbrachte Leistungen. Ab und an ein kleines Lob oder einen Bonus für konkrete Erfolge einzustreuen, greift demnach zu kurz. Vielmehr geht es darum, echtes Interesse am Menschen auszudrücken, ihm mit Wohlwollen, Respekt, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zu begegnen und auch Dankbarkeit zu zeigen.

Dankbarkeit als Unternehmensboost

Schon der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow zählte Wertschätzung und Anerkennung zu den zentralen menschlichen Bedürfnissen, die unser Handeln motivieren. Tatsächlich wollen Menschen ganz einfach für das, was sie sind und was sie leisten, gesehen und anerkannt werden. Als soziale Wesen verstehen wir Wertschätzung nämlich als eine Art „emotionales Gehalt“, das zur Ausschüttung von Dopamin, Oxytocin und Endorphinen führt und somit gesundheitliche Benefits mit sich bringt.

Aber auch Unternehmen profitieren davon, wenn das Bedürfnis der MitarbeiterInnen nach Anerkennung erfüllt wird. Zahlreiche Studien belegen, dass eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und Dankbarkeit mit verringerten Fehlzeiten, weniger Konflikten, erhöhter Produktivität, gesteigerter Motivation und verbesserter Kundenzufriedenheit einhergeht.

Authentizität als Schlüssel

Für Unternehmen macht es daher auch aus wirtschaftlicher Perspektive Sinn, Dankbarkeit im Arbeitsalltag zu vermitteln. Damit echte Wertschätzung auch als solche beim Empfänger ankommt, sollte sie wie folgt kommuniziert werden:

1) Regelmäßig

Wie sich „regelmäßig“ genau definiert, hängt natürlich von den Arbeitsbedingungen, der Interaktionshäufigkeit und der Art der Beziehung ab. Klar ist aber: Anerkennung nur beim jährlichen Mitarbeitergespräch auszudrücken, ist in jedem Fall zu wenig.

2) Maßgeschneidert

Wann und wie wir uns am meisten wertgeschätzt fühlen, ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Die einen mögen anerkennende Worte per E-Mail, andere bevorzugen eher das persönliche Gespräch. Manchmal reicht schon eine Tasse Kaffee als Aufmunterung an einem harten Arbeitstag, um Unterstützung und Anerkennung zu signalisieren. Kurzum: Man sollte darauf achten, welche Art der Kommunikation beim Empfänger am besten ankommt.

3) Persönlich und konkret

Wer Dankbarkeit nach dem Gießkannenprinzip verteilt und keinerlei Bezug auf den einzelnen Menschen und dessen Beitrag im Gesamtkontext nimmt, darf sich nicht wundern, wenn die erwünschte Wirkung ausbleibt. Denn echte Wertschätzung ist mehr als bloße Lobhudelei: Sie ist spezifisch und benennt konkret, was geschätzt wird.

4) Authentisch

MitarbeiterInnen dürfen außerdem – und das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt – nie das Gefühl haben, dass Anerkennung nur als Mittel zur Produktivitätssteigerung eingesetzt wird. Wertschätzung muss als ehrlich und authentisch empfunden werden. Das heißt auch, dass Stimmlage, Gesichtsausdruck und Haltung dem Gesagten entsprechen müssen.