Mitarbeiter Feedback

Das Internet und die digitale Kommunikation haben wirtschaftliche Prozesse und gesellschaftliche Beziehungen in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst. Niemals zuvor drängte der Markt so schnell auf Innovationen, nie war die Nachfrage nach Fachkräften größer und nie wurde so eng vernetzt über Orts- und Zeitgrenzen hinweg miteinander gearbeitet. In einer Welt des konstanten Umbruchs besteht die Kunst darin, flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren. Kurz: agil zu sein. Und dazu gehört nicht zuletzt, eine Leitkultur im Unternehmen und innovative Führungsstrategien – also eine betriebliche Organisation 4.0 – zu etablieren.

Führen auf Augenhöhe

Mit fortschreitender Digitalisierung ändern sich auch die Anforderungen an Führungskräfte: Führen auf Augenhöhe statt traditioneller Hierarchien lautet nun die Devise. Dabei gilt es, die MitarbeiterInnen auf dem Weg zur Organisation 4.0 mitzunehmen und nicht einfach vor sich her zu treiben. Nur so bringen sie innovative Ideen und Verbesserungsvorschläge ein, um das Unternehmen agil und fit für die digitale Transformation zu machen.

Agile Feedback-Kultur

Das bedeutet auch, dass die Feedbackprozesse im Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung überdacht werden müssen. MitarbeiterInnen wollen das Gefühl haben, ernst genommen zu werden und etwas bewegen zu können. Klassische Mitarbeiterbefragungen greifen hier zu kurz, sind sie doch meistens mit langen Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsphasen verbunden. Werden die Ergebnisse Wochen – manchmal auch erst Monate – später rückgemeldet, ist die Befragung oft schon vergessen.

Mitarbeiterfeedback

Ziel einer agilen, dynamischen Feedbackkultur ist hingegen der kontinuierliche Dialog im Unternehmen. Anstatt nur alle sechs bis zwölf Monate die Meinung der MitarbeiterInnen einzuholen, sollen häufigere, intelligente Befragungen mit umfassender Diskussionsmöglichkeit einen stetigen Austausch zwischen MitarbeiterInnen und Führungskräften anregen. Der Input von MitarbeiterInnen kann dadurch unmittelbar und effektiver genutzt werden. Gleichzeitig können Führungskräfte jederzeit nachvollziehen, wo der Schuh gerade drückt und ob gesetzte Maßnahmen die gewünschten Resultate bringen. So können Teams gemeinsam mehr erreichen.

Wie schafft man eine kontinuierliche Feedback-Kultur?

1) Widerstände überwinden

Oft gehen Veränderungsprozesse im Unternehmen mit gewissen Widerständen einher. Auch beim Aufbau einer kontinuierlichen Feedbackkultur ist mit anfänglicher Skepsis zu rechnen. Beispielsweise fürchten manche MitarbeiterInnen, dass kritische Rückmeldungen sanktioniert werden könnten. Solche Bedenken lassen sich nur entkräften, indem man absolute Anonymität gewährleistet. Tools, die eine in beide Richtungen offene (Führungskräfte <–> MitarbeiterInnen), anonyme Feedback-Plattform bieten, können dabei hilfreich sein.

2) Mit einer kleineren Gruppe beginnen

In der Praxis hat sich bewährt, agiles Feedback zunächst in einer kleineren Gruppe anzuregen. Zum Beispiel macht es Sinn, den kontinuierlichen Feedbackprozess vorerst in nur einer Abteilung anzustoßen und erst danach schrittweise auf das ganze Unternehmen auszuweiten. Zufriedene MitarbeiterInnen und Führungskräfte agieren dann als Fürsprecher für kontinuierliches Feedback und können dessen Ausweitung mittragen.

3) Effektives Feedback fördern

In vielen Organisationen haben MitarbeiterInnen nur selten Gelegenheit dazu, selbst Feedback zu geben, und sind darin entsprechend wenig geübt. Umso wichtiger ist es, dabei anzuleiten, wie man konstruktives, umsetzbares Feedback gibt. Professionelle Feedback-Tools können hier die nötige Unterstützung bieten.

4) Den Feedbackprozess in Gang halten

Transparenz ist Grundvoraussetzung dafür, dass sich aus bloß sporadischen Rückmeldungen eine gelebte Dialogkultur entwickelt. Feedback soll zwar absolut anonym, aber trotzdem für alle einsehbar sein. Nur so kann überprüft werden, ob Anregungen berücksichtigt und die entsprechenden Maßnahmen abgeleitet werden. Auch ein Klima der Dankbarkeit und Wertschätzung ist wichtig, wenn es darum geht, den Feedbackprozess in Gang zu halten.

5) Feedback umsetzen

Um eine nachhaltige Dialogkultur zu etablieren, reicht es nicht einfach, regelmäßig Feedback einzuholen. Vielmehr müssen die MitarbeiterInnen das Gefühl haben, dass die Anregungen, die von ihrer Seite kommen, auch ernst genommen werden. Dazu gehört es, entsprechende  Maßnahmen aus dem gewonnenen Feedback abzuleiten und deren Umsetzung transparent zu kommunizieren.

Gemeinsam mehr erreichen

Auf dem Weg zur Organisation 4.0 gilt es, die MitarbeiterInnen einzubinden und nicht einfach mitzuschleifen. Nur so können sie Veränderungsprozesse mittragen und selbst innovative Ideen generieren, damit Unternehmen agil auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagieren können.

 

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