Christoph Steindl Catalysts

Freedom, Power, Choice – TeamEcho bei Catalysts

11. Jänner 2016

Die Softwareschmiede Catalysts GmbH ist Österreichs beliebtester Arbeitgeber. Bereits drei Mal in Folge ging der erste Platz auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu an die Catalysts. Geschäftsführer Christoph Steindl beschreibt im Interviews mit TeamEcho die eigene Unternehmenskultur, den Zusammenhang von Betriebsklima und unternehmerischem Erfolg und nicht zuletzt das Geheimnis hinter der besten Mitarbeiterbewertung.

1. Wie kann die Unternehmenskultur bei Catalysts beschrieben werden?

Unsere Unternehmenskultur ist vor allem durch Selbstorganisation und Vertrauen dem Mitarbeiter gegenüber geprägt. Wichtig ist, dass sich jeder stark einbringen kann, und wenn er das tut, auch sehr viel gestalten kann. Es gibt bei uns einen sehr starken Teamzusammenhalt. Man kann sich auf das verlassen, was einem jemand anderer zugesagt hat, und wird dadurch auch nicht alleine gelassen, sondern kann als Team vieles erreichen.

2. Welchen Einfluss hat die Mitarbeiterzufriedenheit auf den Erfolg des Unternehmens?

Zufriedenheit ist zwar wichtig, aber nur eine Seite der Medaille. Ohne Zufriedenheit kann man andere Dinge nicht erreichen. Allerdings muss man nicht mit allem immer zufrieden sein, es muss nicht das Paradies sein. Wichtig ist, dass man produktiv vorankommt. Und um produktiv vorankommen zu können, braucht es zumindest einen starken Zusammenhalt, das Team. Für den Unternehmenserfolg ist der Wissensaustausch, dieses freizügige Erzählen, was man denn gelernt hat, das Lernen an sich, verdammt wichtig. Natürlich, mit unzufriedenen Leuten geht kaum etwas, mit demotivierten Leuten geht kaum etwas, mit Leuten, die innerlich gekündigt haben, geht nichts, aber die Mitarbeiterzufriedenheit ist nicht einfach eine Schraube, an der ich drehen kann.

3. Catalysts ist bereits zum dritten Mal in Folge auf der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu zum besten Arbeitergeber Österreichs gewählt worden. Gibt es dafür ein Erfolgsgeheimnis?

Es gibt natürlich viele Dinge, die uns sichtbar machen unter den Softwareentwicklern, aber man möchte immer besser werden. Außerdem hat man die großen weltweiten Konzerne vor Augen, die Gehälter in beliebiger Höhe zahlen können. Uns war immer klar, dass wir nicht einfach mit Geld locken können. Wir müssen daher ein Umfeld schaffen, das trotzdem sehr, sehr gute Leute anzieht – ein Umfeld, wo sich gute Mitarbeiter hinbewegen wollen und entfalten können.

„Unser Credo ist, dass wir ein Umfeld schaffen wollen, in dem dieses lebenslange Lernen Realität ist.“

4. Wenn es drei Erfolgsfaktoren für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit gibt, welche wären das?

Das ist einfach: Freedom, Power, Choice. Freedom, die Freiheit, etwas zu machen, ja oder nein zu sagen, sich in eine gewünschte Richtung hin zu entwickeln, etwas verstärkt zu machen, was einen mehr interessiert. Power, die Zuversicht, dass man etwas schaffen kann; das Wissen, dass die Fähigkeiten, die man hat, gut genützt werden. Und zuletzt wieder Choice, die Wahlmöglichkeit. Im Laufe des Lebens gibt es viele Dinge, die man lernt. Da baut man potenzielle Energie auf. Man lernt in der Schule, im Studium und wird immer wertvoller. Wenn man dann etwas erreicht hat, einen Abschluss, dann möchte man ja, dass es weiter nach oben geht. Unser Credo ist, dass wir ein Umfeld schaffen wollen, in dem dieses lebenslange Lernen Realität ist, aber nicht mühsame Realität, sondern wo man sich ständig weiterentwickeln kann, viel von den Kollegen lernen kann und somit auf Dauer wertvoller wird.

5. Hatte Catalysts die Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit bereits von Anfang an im Fokus?

Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, war ich angestellt bei einer an sich sehr guten Firma, die aber trotzdem viele Sachen ganz klassisch gemacht hat. Und da gab es natürlich am Ende des Jahres das Mitarbeitergespräch. Das war der Tag der Demotivation. Ich habe erzählt, was ich alles gemacht habe, und war mir selbst sicher, dass es ein super Jahr war. Dann hat es aber geheißen, dass am Ende des Jahres bei dieser Firma die Utilisierung zählt, das heißt, wie viele verrechenbare Stunden man geleistet hat. Das sind so Sachen, die haben wir alle bewusst nicht kopiert. Das heißt, wir haben von Anfang an einige gängige Dinge nicht in unser System eingebaut. Vieles ergibt sich dann im Laufe der Zeit: Anregungen, die jetzt über Kununu hereinkommen, das Feedback, das man hier bekommt – was kommt gut an, was kommt nicht so gut an. Viele Dinge schauen wir uns auch von anderen Firmen ab, da gibt es tolle Vorbilder auf der ganzen Welt.

6. Welche Tools und Techniken werden im Management und Personalbereich eingesetzt?

Vor Jahren war alles quasi Papier, Bleistift, Excel und Word – Kraut und Rüben. Zum Glück haben sich dann die Wege zwischen Catalysts und der Firma Fill gekreuzt. Daraus ist ein Joint Venture entstanden, das sich mit Mitarbeiterbeziehungsmanagement, Employee Relationship Management, befasst. Diese Software, Core Smartwork, ist sicher auch ein wesentlicher Puzzlestein gewesen, der uns erlaubt hat, in den letzten Jahren von 60, 80 auf jetzt 130 Mitarbeiter zu wachsen, und mit dem ich auch die Zuversicht habe, dass jetzt für die nächsten Wachstumsstufen, die es natürlich geben wird, nichts Dramatisches daherkommen wird.

Je kürzer die Feedbackschleife ist, desto eher müsste man eine Chance haben, die Organisation positiv weiterzuentwickeln.“

7. Woran kann bei Catalysts Mitarbeiterzufriedenheit oder ein positives Betriebsklima festgemacht werden?

Auf der einen Seite sind es sicher die Ergebnisse: Wenn man regelmäßig gute Ergebnisse und sehr zufriedene Kunden hat, wenn im Projektgeschäft nicht ständig etwas schiefgeht. Auf der anderen Seite zählt auch, wie viel Wissen aufgebaut wird, das heißt, ob die Mitarbeiter sich neue Themen anschauen. Also wenn es ein Engagement gibt, das über das verpflichtende Maß hinausgeht, wenn sich Leute ohne Aufforderung um Sachen annehmen, wenn Sachen automatisch funktionieren, wenn man mitbekommt, dass sich Leute gegenseitig loben, wenn sich die Leute gegenseitig alle kennen und nicht einfach nur in ihr Büro gehen und sich dann nicht für die anderen interessieren, dann ist das sehr schön.

8. Welcher Nutzen konnte durch den Einsatz von TeamEcho zur Messung der Mitarbeiterzufriedenheit bei Catalysts erzielt werden?

Als ich durch TeamEcho erfahren habe, dass es das Ziel sein kann, die Umfrage in kleine Häppchen herunterzubrechen und in den Alltag einfließen zu lassen, war mir sofort klar, dass das besser ist, als wir es derzeit machen. Es ist ein bisschen der Ball-im-Tor-Effekt: Wenn ich als kleiner Junge Fußball spiele und ich schieße einen Elfmeter, dann muss mir keiner sagen, ob ich ins Tor getroffen habe, das sehe ich. Und so sollte es eigentlich auch bei uns sein, dass ich für jede Managementaktion, für alles, was ich mir als Teamleiter oder Firmenchef überlege, sofort Feedback erhalte. Dr. Deming hat irgendwann einmal gemeint, die zwei typischen Fehler, die man als Manager machen kann, sind, etwas zu tun, wenn man nichts tun sollte, oder nichts zu tun, wenn man etwas tun sollte. Und ohne Feedback, ohne zu wissen, wie es gerade um die Mannschaft steht, bin ich verdammt, dass ich ständig in eine dieser zwei Fallen hineintappe. Je kürzer die Feedbackschleife ist, desto eher müsste man eine Chance haben, die Organisation positiv weiterzuentwickeln.

9. Wie sieht die langfristige Vision der Catalysts GmbH aus?

Catalysts ist ja noch klein. Wir sind ja nur diese gut hundert Leute. Und die nächsten Jahre wird uns wahrscheinlich ganz normal das Wachstum mit neuen Geschäftsfeldern und neuen Regionen beschäftigen – von den hundert auf zwei-, drei-, vier-, fünfhundert Leute zu wachsen. Und bis dorthin werden wir uns noch alle ein, zwei, drei Jahre neu erfinden müssen. Wichtig ist zu schauen, dass man so wie bisher alles schön aufeinander aufbaut und nichts überhastet. Es zwingt uns niemand zu besonderem Wachstum, aber wir haben schon gesehen, dass manche Dinge erst möglich sind, wenn man eine gewisse kritische Größe erreicht hat, weil erst dann das Know-how, das man benötigt, in ausreichendem Maß leicht verfügbar ist. Dann wird man interessant für Mitarbeiter oder für Kunden, die einen davor vielleicht noch nicht so gesehen hätten.

Name: Dr. Christoph Steindl

Position: Geschäftsführer Catalysts GmbH

TeamEcho-User seit: Juni 2015

Das Softwareunternehmen Catalysts GmbH wurde 2007 von Christoph Steindl und Christian Federspiel gegründet. Mit 130 Mitarbeitern und Standorten in Hagenberg, Linz, Wien und Cluj (Rumänien) ist das Unternehmen heute einer der größten Individualsoftware-Lieferanten in Österreich.

www.catalysts.cc

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